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Ich werde immer wieder gefragt:

„Machen Sie auch Schokolade selbst?“

Kurz nach der Eröffnung der Schokothek antwortete ich noch: „Nein, ich beziehe die Schokoladen aus kleinen Manufakturen rund um den Globus.“

Manchmal habe ich darauf hin noch eine Antwort erhalten, oft sind die Kunden auch einfach gegangen. Nun antworte ich auf so eine Frage: „Wo fängt denn für Sie das Schokolade machen an?“ Die meisten Menschen wissen darauf keine Antwort, aber sie bleiben, hören zu und es entwickeln sich sehr interessante Gespräche.

Das Schokolade machen fängt nämlich nicht erst mit dem Schmelzen der Kuvertüre an, sondern schon mit der Kultivierung des Kakaobaumes. So gesehen ist Schokolade auch wirklich Obst, denn die Kakaobohnen sind in einer kürbisartigen Frucht des Kakaobaumes eingebettet und diese hängen an Bäumen. Bis aus den noch weißen Bohnen dann endlich Schokolade wird, sind noch vieler Hände Arbeit notwendig. Die Bohnen müssen fermentiert, getrocknet, geröstet, gemahlen und conchiert werden. Sind all diese Arbeitsschritte erledigt, dann ist eine Kuvertüre oder Schokoladenrohmasse produziert. Diese kann dann bereits genascht werden. Oder sie wird weiterverarbeitet – veredelt mit feinen Zutaten wie Gewürzen oder fruchtigen Belägen. Die meisten Menschen sehen dieses „Veredeln“ als „Schokolade machen“ an.

Mir sind die Herkunft, die Sorte, die Qualität der Kakaobohne und die Menschen, die diesen Rohstoff erzeugen und veredeln wichtig (Fair Trade). Die Schokoladen in der Schokothek werden ausschließlich aus Edelkakaobohnen (Criollo) hergestellt. Einige der Schokoladen werden in den Ursprungsländern der Kakaobohne fertig produziert, die anderen kommen aus kleinen Manufakturen, die die Kakaobohnen von kleinen Kakaobauern oder Cooperativen direkt beziehen und verarbeiten (From Bean to Bar).

Durch diese individuelle Herkunft und schonende Verarbeitung der Schokoladen schmeckt jede Schokolade anders. Das hat Schokolade mit Wein gemeinsam. Ein Wein aus dem Bordeaux schmeckt anders als der aus Südafrika oder Franken. Und das ist gut so.

Den Frankenwein, den es in der Schokothek gibt, habe ich persönlich bei familiären Winzerbetrieben für Sie ausgesucht. Die Winzerfamilien, ihre Mitarbeiter sind mir persönlich bekannt. In einigen Weinbergen bin ich schon gewandert und kenne von den Weinen somit auch die Lage, in der die Trauben gewachsen sind.

In der Schokothek gibt es nur handwerklich hergestellte Produkte. Es ist keine Massenware. Viele von Ihnen, liebe Leser, sind von der Vielfältigkeit und Andersartigkeit überrascht, erstaunt – und vielleicht auch überfordert, aber doch auch neugierig Ungewohntes auszuprobieren. Blind zu kaufen, geht manchmal gut, manchmal aber auch leider schief. Damit das nicht passiert, berate ich Sie gerne und lasse Sie auch probieren. Denn nur so können Sie feststellen, ob Ihnen die Schokolade oder der Wein auch schmeckt. Wenn wir das Passende für Sie gefunden haben, freue ich mich mit Ihnen.